Über Ernesto Toys
Am Anfang war Ernst Hofmann und seine Liebe zum Holz, denn die Firma ERNESTO TOYS ist sein Lebenswerk.
Angefangen hat er 1974 im Auftrag eines Arztes. Er sollte ein Spielzeug fürs Wartezimmer der Praxis entwickeln, weil der Verschleiß und der Schwund der Wartezimmerspielzeuge enorm groß waren. Heraus kam das erste Schaukeltier aus Massivholz, das den Anforderungen voll entsprach. Unsere Schaukeltiere sind heute noch durch normalen Gebrauch nicht zerstörbar, garantieren somit eine hohe Langlebigkeit und auch ein Diebstahl kann nicht unbemerkt geschehen.
So nahm die 38jährige Firmengeschichte ihren Lauf: 1980 verkaufte Hofmann die erste Kugelbahn, auch Großbestellungen von Steckenpferdchen sind dokumentiert und lassen heute noch mein Herz höher schlagen.
Hinter jedem Artikel steckt eine Geschichte – wie im echten Leben mal mehr und mal weniger erfolgreich. Leider würde es den Rahmen sprengen, alle schönen Geschichten hier zu veröffentlichen. Aber einige Geschichten können Sie direkt bei unseren Produkten im Shop lesen.
Auf jeden Fall arbeitete Ernst W. Hofmann so erfolgreich an seiner Firma, dass er sie mehrmals vergrößerte.
Angefangen hat alles in seiner Garage in Kirch-Göns und „Großaufträge“ sahen noch so aus:
Damals waren auch Kindergärten zu Besuch in der Spielwarenfabrik und legten laut Hofmanns Erzählungen zwei Tage lang den Betrieb lahm.
Heute ist der Betrieb 300 m² groß und derzeit arbeiten wir nur zu zweit – aber 2004 gab es 14 Mitarbeiter und dort wollen und werden wir auch wieder hinkommen.
2005 erkrankte die Ehefrau von Ernst Hofmann, Doris, sehr schlimm und fiel daraufhin ins Koma. Herr Hofmann wollte seine Frau jedoch nicht im Krankenhaus belassen und setzte alles daran, sie zu Hause pflegen zu können – was auch gelang. Natürlich litt darunter der Betrieb. Niemand war auf einen derartigen Schicksalsschlag vorbereitet – erst recht nicht auf den Nächsten. Kurz nachdem er seine Frau wieder zu Hause pflegen konnte, erlitt Ernst W. Hofmann einen Schlaganfall. Dem nicht genug, folgten zwei Herzinfarkte, mehrere Operationen am Herzen und anschließende Reha. Es mutet bald wie ein Wunder an, dass Ernst W. Hofmann wieder munter auf den Beinen ist und fräst, schraubt, verleimt und sägt. Er kennt sogar noch Kunden- und Telefonnummern der wichtigsten Zulieferer und Kunden auswendig, was ich sehr bewundere.
Natürlich hat der Betrieb stark gelitten unter diesen vergangenen Betriebsjahren. Nach der schweren Krankheit war klar, dass Ernst W. Hofmann den Betrieb nicht mehr alleine aufrechterhalten kann. Die beiden eigenen Kinder sind ihre eigenen Wege gegangen und kommen nicht als Nachfolger in Frage.
Dafür schenken Sie ihren Eltern jetzt Enkelkinder und Herrn Hofmanns Augen funkeln vor Freude, wenn er montags von dem Wochenende mit seinen Enkeln erzählt.
Über Betriebsübernahmen, deren wichtige Vorbereitungen und problematische Rollenumverteilungen, über das Aufeinandertreffen von Jung und Alt sind schon zahlreiche Bücher geschrieben worden, weil eben schon zahlreiche Betriebe daran zerbrochen sind. Fest steht, dass Ernst W. Hofmann überhaupt nicht die Zeit und die Kraft hatte, Bücher über Betriebsübernahmen zu lesen, um seine Übernahme vorzubereiten. Die Wirklichkeit war eine andere. Nach seinen Krankenhaus-Aufenthalten war die Zeit der bürokratischen Katastrophenbewältigung. Denn während er als einziger Geschäftsführer von heute auf morgen im Krankenhaus war, öffnete niemand die Post und beantwortete Briefe, bezahlte Rechnungen usw. Das Ganze über einen Zeitraum von über einem Jahr (2007), in dem dann in seiner Abwesenheit auch noch eine Betriebsprüfung einer Krankenkasse durchgeführt wurde und einige Zulieferer auf die Zahlung ihrer Rechnungen warten mussten. Eigentlich ist es schon wieder ein Wunder, dass der gesundheitlich angeschlagene Ernst Hofmann es sogar noch schaffte, den Betrieb aus dieser Misere herauszuführen.
Nebenher kümmert er sich immer noch liebevoll um seine liebe Frau und sich selbst. Er versuchte die Firma nach bestem Wissen und Gewissen auf eine Übernahme vorzubereiten. Er schaltete eine Anzeige über das IHK-Programm „next chance“, die Folge: unzählige E-Mails, Bewerbungen und Telefonate prasselten auf Herrn Hofmann ein. Die unglaublichsten Angebote waren darunter zu finden. Aber mit jedem Angebot stand Herr Hofmann vor der Frage, was mit seinem Lebenswerk – der Firma ERNESTO TOYS – geschehen würde und was der Geldwert seines Lebenswerkes sein soll?
Die Möglichkeit, viel Geld zu bekommen war durchaus gegeben, aber immer mit der Konsequenz, dass die Betriebsstätte in Gambach aufgelöst worden wäre. Ernst W. Hofmann geriet immer mehr unter Druck und definierte darüber seinen Herzenswunsch: jemand sollte die Firma „in seinem Sinne“ in Gambach weiterführen. Dazu war es eben auch notwendig, dass der Nachfolger weiß, was „in Ernst Hofmanns Sinne“ bedeutet. Schwer vorstellbar, völlig unbekannten Menschen aus München, Bremen oder Rumänien dieses Vertrauen zu verkaufen. Am liebsten wäre Hofmann selbst Angestellter im eigenen Betrieb geblieben. Wenn dann einmal eine Familie vorbeikäme, weil nach 15 Jahren die Fußstütze vom Schaukelpferd abgegangen ist, würden sie eine Neue geschenkt bekommen – einfach so.
Heute freue ich mich, dies genau so tun zu können und erst einmal im menschlichen Sinne zu handeln.
Derlei Denke steht natürlich auch im Widerspruch zu neuzeitlich betriebswirtschaftlichem Handeln. Aus diesem Grund zog sich die Entscheidung des Verkaufs natürlich in die Länge, weil hinter allen Bewerbungen und Angeboten keine Menschen standen, denen Herr Hofmann sein Lebenswerk anvertrauen wollte.
Inmitten dieser Phase von vielen Bewerbern, die Lager räumen, die Firma auf einen Verkauf vorbereiten und von Altlasten befreien, wurde der Hessische Rundfunk (HR) auf das Geschehen aufmerksam. Silke Schranz war die sympathische Redakteurin, die einen sehr liebevollen Filmbericht für die Hessenschau drehte. An dieser Stelle recht herzlichen Dank an die Hessenschau, die mit ihrem Bericht mein Leben, das Leben von Ernst W. Hofmann und die Zukunft der Firma „ERNESTO TOYS“ maßgeblich positiv veränderte.
Es war nämlich so, dass ich beschlossen hatte – nach zahlreichen unmenschlichen und frustrierenden Erfahrungen in meiner beruflichen Laufbahn als Sozialarbeiterin – nur noch mit nicht sprechendem „Material“ zu arbeiten.
Ich hatte es gerade geschafft, das Arbeitsamt davon zu überzeugen, dass ich nicht mehr als Sozialarbeiterin arbeiten kann und nun Tischlerin/Holzspielzeugmacherin werden muss – und habe einen Bildungsgutschein erhalten. Ich hatte schon zahlreiche Absagen gesammelt und war fest überzeugt, dass ich keine Tischlerin werden kann – auf Grund meiner geringen Körpergröße und der zunehmenden Selbsteinschätzung, dass die Tischlerei ein harter Beruf ist, der ausschließlich großen, starken Männern vorbehalten sein sollte.
Rein zufällig sahen mein Freund Philipp und ich den Bericht in der Hessenschau. Ich konnte gar nicht mehr stillhalten vor lauter Bewerbungsdrang. Gleich am nächsten morgen stand ich also mit meiner Bewerbung vor der Tür von „ERNESTO TOYS“. Aber Herr Hofmann wimmelte mich innerhalb von fünf Minuten ab, weil ihm eine Auszubildende jetzt nun wirklich nicht auch noch in sein Leben passte. Er suchte ja nach jemandem, der den Betrieb übernimmt. Angesichts des beständig klingelnden Telefons verstand ich das auch, durfte aber meine Bewerbung da lassen.
Aber ich war ja arbeitslos und brauchte etwas zu tun. Und dass es bei ERNESTO TOYS eigentlich genug Arbeit für fünf Menschen gab, konnte ich schnell erkennen. Herr Hofmann wollte sich bei mir melden, tat es aber nicht und so kam ich eine Woche später wieder vorbei. Ich wollte unbedingt Holzspielzeug bauen. Wieder wimmelte Ernst Hofmann mich ab, aber diesmal sah ich schon die Werkshallen von Innen. „Da will ich arbeiten“, dachte ich mir – aber Herr Hofmann wollte nicht. Dreimal musste ich wieder gehen ohne Arbeit.
Meine Tante riet mir: „Nimm allen Mut zusammen und geh‘ da wieder hin!“. Der nachhaltigste Tipp kam von einer geliebten Freundin, die sagte: „Mach’s doch wie der Pumuckl vom Meister Eder. Zieh dir eine grüne Hose und einen orangenen Pulli an und leim dich in der Werkstatt fest.“ So ähnlich habe ich es dann auch gemacht, nur ohne grüne und orangene Bekleidung. Ich fing einfach an, die Werkstatt zu fegen und nach und nach durfte ich immer anspruchsvollere Arbeiten übernehmen. Ein paar Wochen lang habe ich also Praktikum gemacht. In dieser Zeit haben Ernst Hofmann und ich zueinander gefunden. Die Firmenübernahme ermöglichten dann meine Eltern, denen ich dafür gar nicht oft genug danken kann.
Meine Eltern sind beide selbständig tätige Diplom-Pädagogen und miteinander oder gegeneinander spielen war schon immer ein Lebensmittelpunkt von mir und meinen Eltern.
Nun möchte ich das Lebenswerk des Unternehmensgründers Ernst W. Hofmann in seinem Sinne weiter führen.
Wir freuen uns, wenn Sie daran teilhaben möcht
Das sind “wir” : Ernst Hofmann, Jana Haberstroh, Philipp Lonke und Mika Hund.
Wir in der Presse:
„Mach’s doch wie der Pumuckl” – existenzielle (9/2011)








